Chinakohl gehört zu den beliebtesten Kohlsorten im Gemüsegarten. Das Gemüse stammt ursprünglich aus Ostasien und wird besonders in der chinesischen Küche seit Jahrhunderten verwendet. In Europa hat sich Chinakohl vor allem wegen seines milden Geschmacks, seiner kurzen Wachstumszeit und seiner vielseitigen Verwendung etabliert. Im Bio-Garten ist Chinakohl eine interessante Kulturpflanze, weil sie relativ schnell wächst und auch im Spätsommer noch angebaut werden kann.
Botanisch gehört Chinakohl zur Art Brassica rapa subsp. pekinensis und ist damit eng mit anderen Kohlgewächsen wie Pak Choi oder Rüben verwandt. Die länglichen Köpfe bestehen aus dicht stehenden, hellgrünen bis gelblichen Blättern mit kräftigen weißen Blattrippen. Das Gemüse enthält viele wertvolle Nährstoffe, darunter Vitamin C, Vitamin K, Folsäure und Mineralstoffe.
Für Hobbygärtner ist Chinakohl besonders interessant, weil er im Vergleich zu Weißkohl oder Rotkohl deutlich schneller wächst. Die meisten Sorten sind bereits nach 60 bis 90 Tagen erntereif. Dadurch eignet sich Chinakohl hervorragend als Nachkultur im Gemüsegarten, wenn zuvor andere Pflanzen geerntet wurden.
Herkunft und Eigenschaften von Chinakohl
Chinakohl entstand vermutlich durch Kreuzungen verschiedener asiatischer Kohlformen. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass dieses Gemüse bereits vor über 1.000 Jahren in China angebaut wurde. Von dort verbreitete sich die Pflanze nach Korea und Japan und später auch nach Europa.
Im Gegensatz zu vielen anderen Kohlarten bildet Chinakohl keine festen Rundköpfe. Stattdessen wachsen längliche, lockere Köpfe mit zarten Blättern. Diese Struktur sorgt dafür, dass Chinakohl deutlich milder schmeckt als beispielsweise Weißkohl.
Ein weiterer Vorteil liegt in der guten Bekömmlichkeit. Chinakohl enthält weniger Senföle als viele andere Kohlarten und verursacht deshalb seltener Verdauungsprobleme.
Typische Merkmale von Chinakohl:
- länglicher Kopf
- hellgrüne bis gelbliche Blätter
- weiße, kräftige Blattrippen
- mildes Aroma
- kurze Kulturdauer
Durch diese Eigenschaften eignet sich Chinakohl hervorragend für Salate, Wokgerichte oder asiatische Suppen.
Der richtige Standort im Bio-Garten
Damit Chinakohl gut wächst, benötigt er einen geeigneten Standort. Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze im Garten. Besonders im Hochsommer kann etwas Halbschatten sogar von Vorteil sein, da die Pflanzen empfindlich auf starke Hitze reagieren.
Der Boden sollte:
- humusreich
- locker
- gut durchlässig
- nährstoffreich
sein.
Schwere, verdichtete Böden sind weniger geeignet, da sich dort leicht Staunässe bildet. Diese kann zu Wurzelfäule führen.
Vor der Pflanzung lohnt es sich, den Boden mit Kompost oder gut verrottetem Mist anzureichern. Dadurch erhalten die Pflanzen ausreichend Nährstoffe für ihr schnelles Wachstum.
Im Bio-Garten eignet sich Chinakohl besonders gut für Mischkulturen. Gute Nachbarn sind zum Beispiel:
- Salat
- Spinat
- Mangold
- Sellerie
- Zwiebeln
Weniger geeignet sind andere Kohlarten, weil sie ähnliche Krankheiten und Schädlinge anziehen können.
Aussaat und Pflanzzeit von Chinakohl
Die richtige Aussaatzeit ist entscheidend für eine erfolgreiche Ernte. Chinakohl reagiert empfindlich auf lange Tage und hohe Temperaturen. Wenn er zu früh ausgesät wird, kann er schnell schießen, also Blüten bilden statt Köpfe.
Die besten Aussaatzeiten sind:
Direktsaat im Garten
- Juli bis Anfang August
Vorkultur
- Ende Juni bis Juli
Die Jungpflanzen werden etwa drei bis vier Wochen nach der Aussaat ins Beet gesetzt. Der ideale Pflanzabstand beträgt etwa 40 × 40 Zentimeter.
Dieser Abstand sorgt dafür, dass die Pflanzen genügend Platz für die Kopfbildung haben.
Nach dem Pflanzen sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden. Gerade während der ersten Wochen ist eine gute Wasserversorgung wichtig.
Pflege und Düngung im Bio-Garten
Chinakohl gehört zu den sogenannten Starkzehrern. Das bedeutet, dass die Pflanzen relativ viele Nährstoffe benötigen. Trotzdem lässt sich der Nährstoffbedarf im Bio-Garten problemlos decken.
Geeignete natürliche Dünger sind:
- reifer Kompost
- Pflanzenjauchen
- organischer Gemüsedünger
- Hornspäne
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub kann zusätzlich helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und Unkraut zu unterdrücken.
Beim Gießen gilt:
Der Boden sollte gleichmäßig feucht bleiben, jedoch nicht dauerhaft nass sein. Besonders während trockener Sommerperioden benötigen die Pflanzen regelmäßige Wassergaben.
Schädlinge und Krankheiten
Wie viele Kohlarten kann auch Chinakohl von verschiedenen Schädlingen befallen werden. Zu den häufigsten Problemen zählen:
Kohlfliege
Die Larven der Kohlfliege fressen an den Wurzeln und können junge Pflanzen stark schädigen. Ein bewährter Schutz ist ein Gemüseschutznetz, das direkt nach der Pflanzung über das Beet gelegt wird.
Erdflöhe
Diese kleinen Käfer verursachen typische Löcher in den Blättern. Eine gute Bodenfeuchtigkeit und Mulch können helfen, den Befall zu reduzieren.
Schnecken
Vor allem junge Pflanzen sind gefährdet. Schneckenzäune oder regelmäßiges Absammeln sind wirksame Methoden im Bio-Garten.
Krankheiten treten meist dann auf, wenn der Boden zu nass ist oder wenn Kohlarten zu häufig an derselben Stelle angebaut werden. Eine Fruchtfolge von mindestens drei Jahren ist daher empfehlenswert.
Ernte und Lagerung von Chinakohl
Chinakohl ist relativ schnell erntereif. Je nach Sorte dauert es etwa 60 bis 90 Tage, bis die Köpfe vollständig ausgebildet sind.
Der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist erreicht, wenn:
- der Kopf fest geschlossen ist
- die äußeren Blätter gesund aussehen
- der Kohl eine typische Größe erreicht hat
Die Ernte erfolgt, indem der Kopf mit einem scharfen Messer knapp über dem Boden abgeschnitten wird.
Im Kühlschrank hält sich Chinakohl etwa eine bis zwei Wochen. Besonders gut eignet er sich auch zum Fermentieren, beispielsweise für Kimchi.
Verwendung in der Küche
Chinakohl ist ein äußerst vielseitiges Gemüse. Seine zarten Blätter können sowohl roh als auch gekocht verwendet werden.
Beliebte Zubereitungsarten sind:
- frischer Salat
- Wokgerichte
- Suppen
- Gemüsepfannen
- Kimchi
Durch seinen milden Geschmack passt Chinakohl zu vielen Zutaten, darunter Karotten, Paprika, Pilze oder Geflügel.
Auch im Herbst und Winter ist Chinakohl eine wertvolle Vitaminquelle.
Chinakohl als ideale Nachkultur
Viele Hobbygärtner nutzen Chinakohl als späte Kulturpflanze im Gemüsegarten. Nachdem frühe Gemüsearten wie Erbsen, Kartoffeln oder Salat geerntet wurden, kann Chinakohl noch problemlos ausgesät werden.
Dadurch wird die Fläche im Garten optimal genutzt.
Der Anbau hat mehrere Vorteile:
- kurze Kulturdauer
- hohe Erträge
- gute Lagerfähigkeit
- vielseitige Verwendung
Besonders im Bio-Garten ist Chinakohl deshalb eine sehr praktische Kulturpflanze.
Fazit- Chinakohl ist eine ertragreiche Gemüsepflanze
Chinakohl ist eine unkomplizierte und ertragreiche Gemüsepflanze für den Bio-Garten. Mit dem richtigen Standort, einer guten Bodenversorgung und einer passenden Aussaatzeit lässt sich das Gemüse problemlos anbauen.
Seine kurze Wachstumszeit macht Chinakohl besonders interessant für späte Aussaaten im Sommer. Gleichzeitig überzeugt das Gemüse durch seinen milden Geschmack und seine vielseitige Verwendung in der Küche.
Wer seinen Gemüsegarten effizient nutzen möchte, sollte Chinakohl unbedingt ausprobieren. Gerade als Nachkultur liefert er auch im Herbst noch frisches, gesundes Gemüse aus dem eigenen Garten.
Weiterführende Links:
- Kartoffeln- wann und wie pflanzt man richtig?
- Gesund und glücklich: 10 Vorteile des Gärtnerns
- Wilder Garten- Sinn und Nutzen!
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