Rosenkohl gehört zu den klassischen Wintergemüsen im Garten. Die kleinen grünen Röschen wachsen entlang eines hohen Stängels und sind besonders robust gegenüber Kälte. Viele Hobbygärtner unterschätzen diese Pflanze, obwohl sie im Bio-Garten eine sehr wertvolle Rolle spielt. Rosenkohl ist nährstoffreich, relativ pflegeleicht und lässt sich lange ernten. Außerdem schmeckt er frisch aus dem Garten deutlich aromatischer als Ware aus dem Supermarkt.
Die Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eng mit Weißkohl, Brokkoli und Grünkohl verwandt. Botanisch trägt sie den Namen Brassica oleracea var. gemmifera. Rosenkohl stammt ursprünglich aus Belgien. Besonders in der Region rund um Brüssel wurde er im 18. Jahrhundert intensiv angebaut. Daher hat das Gemüse auch seinen Namen erhalten.
Im Garten wächst Rosenkohl langsam. Die Pflanzen benötigen mehrere Monate, bis sich die typischen kleinen Röschen bilden. Dafür kann die Ernte bis weit in den Winter hinein erfolgen. Frost verbessert sogar den Geschmack. Die Kälte wandelt Stärke in Zucker um, wodurch die Röschen milder und aromatischer werden.
Rosenkohl ist außerdem ein echtes Gesundheitsgemüse. Er enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders hoch ist der Gehalt an Vitamin C, Vitamin K und Ballaststoffen. Wer Rosenkohl im eigenen Garten anbaut, profitiert also gleich mehrfach: frische Ernte, gesunde Ernährung und ein robustes Wintergemüse.
Standort und Boden für Rosenkohl
Der richtige Standort ist entscheidend für eine gute Ernte. Rosenkohl liebt sonnige bis leicht halbschattige Plätze. Je mehr Sonne die Pflanzen erhalten, desto kräftiger wachsen sie.
Der Boden sollte nährstoffreich, tiefgründig und locker sein. Besonders gut eignet sich humusreicher Gartenboden. Staunässe verträgt Rosenkohl dagegen schlecht. Ein gut durchlässiger Boden verhindert Wurzelfäule und sorgt für ein gesundes Wachstum.
Vor der Pflanzung lohnt es sich, den Boden gründlich vorzubereiten. Lockere die Erde tief auf und arbeite reifen Kompost ein. Kompost versorgt die Pflanzen langfristig mit Nährstoffen und verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur.
Da Rosenkohl ein sogenannter Starkzehrer ist, benötigt er viele Nährstoffe. Deshalb sollte er nicht jedes Jahr am gleichen Standort angebaut werden. Eine Fruchtfolge von mindestens drei Jahren ist sinnvoll. Gute Vorgängerpflanzen sind zum Beispiel:
- Erbsen
- Bohnen
- Salat
- Spinat
Nach anderen Kohlarten sollte Rosenkohl dagegen nicht angebaut werden. Dadurch lassen sich Krankheiten und Schädlinge besser vermeiden.
Rosenkohl aussäen und pflanzen
Die Aussaat beginnt meist im Frühjahr. Rosenkohl benötigt eine lange Entwicklungszeit. Deshalb startet die Anzucht häufig bereits im März oder April.
Die Samen können in Anzuchtschalen, kleinen Töpfen oder einem Frühbeet ausgesät werden. Eine Aussaattiefe von etwa einem Zentimeter ist ideal. Die Keimtemperatur liegt zwischen 15 und 20 Grad Celsius.
Nach etwa ein bis zwei Wochen erscheinen die ersten Keimlinge. Sobald die Pflanzen mehrere Blätter gebildet haben, können sie vereinzelt werden.
Ab Mai oder Juni werden die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt. Wichtig ist ein großzügiger Pflanzabstand. Rosenkohlpflanzen können recht groß werden.
Empfohlene Pflanzabstände:
- 60 cm Abstand zwischen den Pflanzen
- 70 cm Abstand zwischen den Reihen
Der große Abstand sorgt dafür, dass jede Pflanze ausreichend Licht und Nährstoffe bekommt. Gleichzeitig verbessert er die Luftzirkulation und reduziert das Risiko für Krankheiten.
Nach dem Pflanzen sollten die Jungpflanzen gut angegossen werden. In den ersten Wochen hilft regelmäßiges Gießen beim Anwachsen.
Pflege von Rosenkohl im Garten
Rosenkohl benötigt während der Wachstumsphase eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser. Der Boden sollte nie komplett austrocknen. Gleichzeitig sollte aber auch keine Staunässe entstehen.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub kann sehr hilfreich sein. Mulch speichert Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt gleichzeitig Unkraut.
Da Rosenkohl ein Starkzehrer ist, lohnt sich eine zusätzliche Düngung. Im Bio-Garten eignen sich besonders gut:
- Kompost
- Brennnesseljauche
- Hornspäne
- organischer Gemüsedünger
Eine erste Düngung erfolgt etwa vier Wochen nach dem Auspflanzen. Eine zweite Düngung kann im Sommer erfolgen.
Damit die Pflanzen stabil wachsen, kann es sinnvoll sein, sie leicht anzuhäufeln. Dadurch entwickeln sie ein stärkeres Wurzelsystem.
Bei sehr hohen Pflanzen hilft außerdem ein Stützstab. Besonders bei starkem Wind kann der lange Stängel sonst umknicken.
Schädlinge und Krankheiten
Wie viele Kohlarten kann auch Rosenkohl von Schädlingen befallen werden. Besonders häufig treten folgende Probleme auf:
Kohlweißling
Die Raupen dieses Schmetterlings fressen große Löcher in die Blätter. Ein engmaschiges Gemüseschutznetz kann die Eiablage verhindern.
Kohlfliege
Die Larven fressen an den Wurzeln der Pflanzen. Schutzkragen aus Karton oder spezielle Kulturschutznetze helfen hier gut.
Erdflöhe
Diese kleinen Käfer verursachen viele kleine Löcher in den Blättern. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte reduziert den Befall.
Auch Krankheiten können auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Kohlhernie oder Mehltau. Eine gute Fruchtfolge und gesunde Böden sind die beste Vorbeugung.
Ernte von Rosenkohl
Die Erntezeit beginnt meist im Herbst. Je nach Sorte können die ersten Röschen ab Oktober geerntet werden. Viele Sorten lassen sich sogar bis in den Februar hinein ernten.
Geerntet wird immer von unten nach oben. Die unteren Röschen reifen zuerst. Sie werden einfach vorsichtig vom Stängel abgedreht.
Ein besonderer Vorteil von Rosenkohl ist seine Frosthärte. Temperaturen unter null Grad schaden den Pflanzen meist nicht. Im Gegenteil: Frost verbessert sogar den Geschmack.
Einige Gärtner entfernen im Herbst die Spitze der Pflanze. Diese Maßnahme wird „Köpfen“ genannt. Dadurch konzentriert sich die Pflanze stärker auf die Ausbildung der Röschen.
Fazit- ein ideales Wintergemüse
Rosenkohl ist ein ideales Wintergemüse für den Bio-Garten. Die Pflanzen sind robust, relativ pflegeleicht und liefern über viele Monate frische Ernte. Mit dem richtigen Standort, nährstoffreichem Boden und etwas Geduld wachsen kräftige Pflanzen mit vielen aromatischen Röschen.
Wer Rosenkohl im eigenen Garten anbaut, profitiert von frischem Gemüse in der kalten Jahreszeit. Gleichzeitig bereichert diese Pflanze die Fruchtfolge im Gemüsegarten.
Weiterführende Links:
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