Kichererbsen im Garten anbauen- einfache Anleitung

Kichererbsen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Die eiweißreichen Hülsenfrüchte sind nicht nur gesund, sondern auch erstaunlich pflegeleicht im Garten. Viele Hobbygärtner kennen sie nur aus dem Supermarkt. Doch tatsächlich lassen sich Kichererbsen auch in Deutschland im eigenen Garten anbauen. Besonders in warmen Sommern gedeihen die Pflanzen sehr gut.

Die Pflanze trägt den botanischen Namen Cicer arietinum. Sie gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Ursprünglich stammt die Kichererbse aus dem Mittelmeerraum und aus Vorderasien. Dort wird sie seit mehreren tausend Jahren kultiviert.

Heute ist sie weltweit ein wichtiger Bestandteil der Küche. Besonders beliebt ist sie in der mediterranen, orientalischen und indischen Küche. Klassiker wie Hummus, Falafel oder Kichererbsensuppen basieren auf dieser nahrhaften Hülsenfrucht.

Für Hobbygärtner bietet der Anbau mehrere Vorteile. Kichererbsen benötigen wenig Pflege. Gleichzeitig verbessern sie den Boden. Denn wie viele Leguminosen binden sie Stickstoff aus der Luft. Dadurch wird der Gartenboden auf natürliche Weise gedüngt.

Gerade im Bio-Garten ist diese Eigenschaft sehr wertvoll.


Eigenschaften der Kichererbsenpflanze

Die Kichererbsenpflanze wächst kompakt und erreicht eine Höhe von etwa 40 bis 70 Zentimetern. Die Pflanze bildet verzweigte Stängel mit kleinen gefiederten Blättern. Auffällig sind die leicht behaarten Pflanzenteile.

Im Frühsommer erscheinen kleine Blüten. Diese sind meist weiß oder zart violett. Aus ihnen entwickeln sich kleine Hülsen.

In jeder Hülse befinden sich ein bis zwei Kichererbsen. Die Hülsen sind relativ klein und leicht aufgeblasen.

Die Pflanze bevorzugt warme und sonnige Standorte. Staunässe verträgt sie dagegen schlecht. Deshalb ist ein lockerer und gut durchlässiger Boden wichtig.

Die Wachstumsdauer beträgt etwa 90 bis 120 Tage. Das bedeutet, dass die Ernte meist im Spätsommer oder frühen Herbst erfolgt.


Der richtige Standort im Garten

Der Erfolg beim Anbau beginnt mit der Wahl des richtigen Standorts. Kichererbsen lieben Wärme und Sonne.

Ideal ist ein Platz im Garten mit folgenden Eigenschaften:

  • Viel Sonne
  • Durchlässiger Boden
  • Keine Staunässe
  • Leicht sandige Erde

Schwere und verdichtete Böden sind weniger geeignet. In solchen Böden kann sich Wasser stauen. Das führt schnell zu Wurzelfäule.

Wer einen schweren Gartenboden hat, kann ihn verbessern. Dazu mischt man Sand oder feinen Kies unter die Erde. Dadurch wird die Struktur lockerer.

Auch Hochbeete eignen sich sehr gut für den Anbau.


Kichererbsen aussäen – so funktioniert es

Die Aussaat erfolgt im Frühjahr. Wichtig ist, dass keine starken Fröste mehr auftreten.

Der beste Zeitraum liegt meist zwischen April und Mai.

Vor der Aussaat lohnt es sich, die Samen vorzubereiten. Dazu werden sie etwa 12 Stunden in Wasser eingeweicht. Dadurch keimen sie schneller.

So gelingt die Aussaat:

  1. Boden lockern und Unkraut entfernen
  2. Reihen mit etwa 30 cm Abstand ziehen
  3. Samen etwa 3–5 cm tief in die Erde legen
  4. Abstand zwischen den Pflanzen: 10–15 cm
  5. Erde leicht andrücken und vorsichtig gießen

Bereits nach ein bis zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.


Pflege der Kichererbsenpflanzen

Kichererbsen gelten als relativ pflegeleicht. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte.

Gießen

Die Pflanzen kommen gut mit Trockenheit zurecht. Zu viel Wasser ist sogar problematisch.

Deshalb gilt:

  • Nur bei längerer Trockenheit gießen
  • Staunässe unbedingt vermeiden

Düngen

Zusätzlicher Dünger ist meist nicht notwendig. Die Pflanzen versorgen sich über ihre Wurzelknöllchen selbst mit Stickstoff.

Zu viel Dünger kann sogar das Wachstum der Hülsen reduzieren.

Unkraut entfernen

Gerade in der Anfangsphase wachsen Kichererbsen langsam. Deshalb sollten Beete regelmäßig von Unkraut befreit werden.

Mulch kann helfen, Unkraut zu unterdrücken.


Krankheiten und Schädlinge

Kichererbsen sind relativ robust. Dennoch können einige Probleme auftreten.

Pilzkrankheiten

Besonders bei feuchtem Wetter können Pilze auftreten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Wurzelfäule
  • Fusarium-Welke

Die beste Vorbeugung ist ein luftiger Standort und ein gut durchlässiger Boden.

Schädlinge

Typische Schädlinge sind selten. Gelegentlich können Blattläuse auftreten.

In einem naturnahen Garten werden diese meist von Marienkäfern oder Florfliegen reguliert.


Ernte der Kichererbsen

Die Ernte erfolgt meist zwischen August und September.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Frische Kichererbsen

Die Hülsen können geerntet werden, solange sie noch grün sind. Die Samen sind dann weich und mild im Geschmack.

Getrocknete Kichererbsen

Für die klassische Verwendung lässt man die Hülsen vollständig ausreifen. Die Pflanzen beginnen dann zu trocknen.

Sobald die Hülsen braun werden, können die Pflanzen abgeschnitten werden.

Danach lässt man sie noch einige Tage trocknen. Anschließend werden die Hülsen geöffnet und die Samen herausgelöst.

Getrocknete Kichererbsen sind lange haltbar.


Kichererbsen in der Küche

Kichererbsen sind äußerst vielseitig. Sie enthalten viel pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe.

Beliebte Gerichte sind zum Beispiel:

  • Hummus
  • Falafel
  • Kichererbsensalat
  • Kichererbsensuppe
  • Currys

Vor der Verwendung müssen getrocknete Kichererbsen meist über Nacht eingeweicht werden. Danach werden sie etwa 60 bis 90 Minuten gekocht.


Vorteile von Kichererbsen im Bio-Garten

Kichererbsen bieten mehrere ökologische Vorteile.

Sie verbessern den Boden. Gleichzeitig liefern sie eine wertvolle Ernte.

Besonders wichtig ist ihre Fähigkeit zur Stickstoffbindung. Dabei arbeiten die Pflanzen mit speziellen Bodenbakterien zusammen.

Dadurch wird der Boden auf natürliche Weise fruchtbarer.

Auch für die Fruchtfolge im Gemüsebeet sind Kichererbsen interessant. Nach ihrem Anbau profitieren nachfolgende Pflanzen vom verbesserten Boden.


Fazit- eine spannende Bereicherung für jeden Garten

Kichererbsen sind eine spannende Bereicherung für jeden Garten. Die Pflanzen benötigen wenig Pflege und liefern eine gesunde Ernte. Mit einem sonnigen Standort und einem lockeren Boden gelingt der Anbau auch in Deutschland erstaunlich gut. Für Hobbygärtner lohnt sich der Versuch auf jeden Fall. Wer einmal eigene Kichererbsen geerntet hat, entdeckt schnell eine neue Lieblingspflanze im Gemüsebeet.


Weiterführende Links:

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