Rotkohl gehört zu den beliebtesten Kohlsorten im Gemüsebeet. Das Gemüse ist robust, vielseitig und lange lagerfähig. Außerdem liefert Rotkohl viele wichtige Nährstoffe. Besonders im Herbst und Winter ist er eine wertvolle Vitaminquelle. Wer einen eigenen Garten hat, kann Rotkohl relativ einfach selbst anbauen. Mit der richtigen Vorbereitung wachsen kräftige Pflanzen und bilden feste Köpfe.
Botanisch gehört Rotkohl zur Art Brassica oleracea und zur Gruppe der Kopfkohle. Die Pflanze ist eng verwandt mit Weißkohl, Wirsing und Rosenkohl. Rotkohl zeichnet sich durch seine typische violett-rote Farbe aus. Diese entsteht durch sogenannte Anthocyane. Diese Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und schützen die Zellen.
Der Anbau von Rotkohl lohnt sich besonders im Bio-Garten. Die Pflanzen sind relativ widerstandsfähig. Gleichzeitig lassen sich viele Schädlinge mit natürlichen Methoden kontrollieren. Wer auf Fruchtfolge und gute Bodenpflege achtet, kann Jahr für Jahr gute Erträge erzielen.
Warum Rotkohl im Garten anbauen sinnvoll ist
Rotkohl aus dem eigenen Garten hat mehrere Vorteile. Erstens ist er besonders frisch. Zweitens weiß man genau, wie er angebaut wurde. Im Bio-Garten verzichtet man auf chemische Pflanzenschutzmittel. Dadurch bleibt das Gemüse natürlich und gesund.
Ein weiterer Vorteil ist die lange Lagerfähigkeit. Rotkohl lässt sich mehrere Monate lagern. Dadurch steht auch im Winter eigenes Gemüse zur Verfügung. Besonders späte Sorten eignen sich gut für die Lagerung.
Rotkohl enthält außerdem viele wertvolle Inhaltsstoffe. Dazu gehören Vitamin C, Vitamin K und Ballaststoffe. Zusätzlich enthält Rotkohl sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane. Diese Stoffe geben dem Kohl nicht nur seine Farbe. Sie gelten auch als gesundheitsfördernd.
Auch im Gartenbeet ist Rotkohl eine interessante Pflanze. Die kräftigen Blätter und die intensive Farbe machen ihn optisch attraktiv. Dadurch passt er gut in Mischkulturen im Gemüsebeet.
Der richtige Standort für Rotkohl
Rotkohl benötigt einen sonnigen Standort. Mindestens fünf bis sechs Stunden Sonne pro Tag sind ideal. Je mehr Licht die Pflanzen bekommen, desto besser entwickeln sich die Köpfe.
Der Boden sollte nährstoffreich und tiefgründig sein. Kohlpflanzen gehören zu den sogenannten Starkzehrern. Deshalb brauchen sie viele Nährstoffe. Besonders wichtig sind Stickstoff, Kalium und organische Substanz.
Ein humusreicher Boden ist ideal. Kompost verbessert die Bodenstruktur und versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen. Vor dem Pflanzen sollte deshalb gut verrotteter Kompost in den Boden eingearbeitet werden.
Auch die Bodenfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle. Rotkohl benötigt gleichmäßig feuchte Erde. Staunässe sollte jedoch vermieden werden. Ein lockerer Boden sorgt für gute Durchlüftung und gesunde Wurzeln.
Der pH-Wert des Bodens sollte zwischen 6,5 und 7 liegen. In diesem Bereich können die Pflanzen Nährstoffe optimal aufnehmen.
Rotkohl aussäen und vorziehen
Rotkohl wird meistens vorgezogen. Dadurch wachsen kräftige Jungpflanzen heran. Die Aussaat erfolgt im zeitigen Frühjahr.
Frühe Sorten können bereits im Februar oder März im Haus oder im Gewächshaus ausgesät werden. Späte Sorten sät man zwischen März und April aus.
Die Samen werden etwa einen Zentimeter tief in Anzuchterde gelegt. Danach wird die Erde leicht angefeuchtet. Bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad keimen die Samen nach wenigen Tagen.
Sobald sich die ersten echten Blätter zeigen, werden die Pflanzen pikiert. Dabei setzt man die Jungpflanzen einzeln in kleine Töpfe. So entwickeln sich kräftige Wurzeln.
Ab April oder Mai können die Pflanzen ins Beet umziehen. Vor dem Auspflanzen sollten sie einige Tage abgehärtet werden. Dazu stellt man die Pflanzen tagsüber ins Freie.
Rotkohl richtig pflanzen
Beim Pflanzen sollte genügend Abstand eingehalten werden. Rotkohl bildet große Köpfe und braucht Platz.
Ein Pflanzabstand von etwa 50 bis 60 Zentimetern ist ideal. Zwischen den Reihen sollten ebenfalls etwa 60 Zentimeter Abstand bleiben.
Die Pflanzen werden etwas tiefer gesetzt als im Topf. Dadurch entwickeln sie stabile Wurzeln. Anschließend wird der Boden leicht angedrückt und gründlich gegossen.
Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Stroh kann hilfreich sein. Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut.
Pflege während der Wachstumszeit
Rotkohl braucht während der Wachstumszeit regelmäßige Pflege. Besonders wichtig ist eine gleichmäßige Wasserversorgung. Trockenheit kann das Wachstum der Köpfe beeinträchtigen.
Auch die Nährstoffversorgung spielt eine große Rolle. Eine zusätzliche Düngung mit Kompost oder organischem Dünger unterstützt das Wachstum. Besonders während der Kopfbildung benötigen die Pflanzen viele Nährstoffe.
Unkraut sollte regelmäßig entfernt werden. Dadurch konkurrieren weniger Pflanzen um Wasser und Nährstoffe.
Eine gute Methode im Bio-Garten ist die Mischkultur. Rotkohl wächst gut neben Pflanzen wie Sellerie, Salat oder Kräutern. Diese Kombination kann Schädlinge reduzieren.
Schädlinge und Krankheiten
Wie andere Kohlsorten kann auch Rotkohl von verschiedenen Schädlingen befallen werden. Zu den häufigsten gehören Kohlweißlinge. Die Raupen dieser Schmetterlinge fressen Löcher in die Blätter.
Ein engmaschiges Gemüseschutznetz schützt die Pflanzen zuverlässig. Es verhindert, dass die Schmetterlinge ihre Eier ablegen.
Auch Erdflöhe können jungen Pflanzen schaden. Diese kleinen Käfer fressen kleine Löcher in die Blätter. Regelmäßiges Gießen und feuchte Erde reduzieren den Befall.
Eine weitere mögliche Krankheit ist die Kohlhernie. Diese Pilzkrankheit befällt die Wurzeln. Die Pflanzen wachsen dann schlecht und bilden keine Köpfe. Eine gute Fruchtfolge hilft, diese Krankheit zu vermeiden.
Kohl sollte deshalb nur alle drei bis vier Jahre am gleichen Standort wachsen.
Rotkohl ernten und lagern
Die Erntezeit hängt von der Sorte ab. Frühe Sorten sind bereits im Sommer erntereif. Späte Sorten werden im Herbst geerntet.
Ein reifer Rotkohlkopf fühlt sich fest an. Der Kopf wird mit einem scharfen Messer knapp über dem Boden abgeschnitten.
Die äußeren Blätter bleiben zunächst am Kohl. Sie schützen den Kopf während der Lagerung.
Für die Lagerung eignet sich ein kühler Keller oder eine frostfreie Garage. Ideal sind Temperaturen zwischen 0 und 4 Grad. Unter diesen Bedingungen kann Rotkohl mehrere Monate halten.
Auch das Einlegen oder Fermentieren ist möglich. Dadurch bleibt Rotkohl ebenfalls lange haltbar.
Fazit: Rotkohl ist ein ideales Gemüse für den Garten
Rotkohl ist eine robuste und ertragreiche Gemüsepflanze. Mit etwas Vorbereitung lässt sich das Gemüse problemlos im eigenen Garten anbauen. Besonders wichtig sind ein sonniger Standort, nährstoffreicher Boden und regelmäßige Pflege.
Wer Rotkohl selbst anbaut, profitiert von frischem und gesundem Gemüse. Gleichzeitig bereichert die Pflanze das Gemüsebeet mit ihrer intensiven Farbe.
Durch gute Lagerfähigkeit steht Rotkohl auch im Winter zur Verfügung. Damit gehört er zu den wertvollen Gemüsepflanzen für den Selbstversorgergarten.
Weiterführende Links:
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