Kohlrabi im Bio-Garten anbauen- Pflege, Sorten und Erntezeit

Kohlrabi gehört zu den beliebtesten Gemüsesorten im naturnahen Garten. Er wächst schnell, benötigt wenig Platz und liefert eine reiche Ernte. Gleichzeitig überzeugt er durch seinen milden Geschmack und seine vielseitige Verwendung in der Küche. Im Bio-Garten ist Kohlrabi besonders interessant, weil er sich ohne großen Aufwand erfolgreich anbauen lässt. Wer einige grundlegende Regeln beachtet, kann vom Frühjahr bis in den Herbst hinein frische Knollen ernten.

Kohlrabi stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gehört zur Familie der Kreuzblütler. Die verdickte Sprossachse bildet die bekannte Knolle. Sie wächst oberirdisch und ist je nach Sorte rund oder leicht abgeflacht. Die Farbe reicht von zartem Hellgrün bis zu intensivem Violett. Für den Bio-Anbau ist Kohlrabi ideal, da er kurze Kulturzeiten hat und gut in Mischkultur passt.

Neben dem Geschmack bietet Kohlrabi auch gesundheitliche Vorteile. Er enthält Vitamin C, Kalium, Calcium und wertvolle Ballaststoffe. Zudem ist er kalorienarm und leicht verdaulich. Im eigenen Garten geerntet, enthält er deutlich mehr Nährstoffe als lange gelagerte Ware aus dem Supermarkt.


Der ideale Standort für Kohlrabi

Kohlrabi bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte humusreich, locker und gleichmäßig feucht sein. Schwere Böden lassen sich durch Kompost und Sand verbessern. Leichte Böden profitieren von gut verrottetem Mist oder reifem Kompost.

Ein nährstoffreicher Boden ist wichtig, denn Kohlrabi zählt zu den Mittelzehrern. Eine gute Vorbereitung des Beetes sorgt für kräftiges Wachstum. Im Bio-Garten empfiehlt sich das Einarbeiten von Kompost einige Wochen vor der Pflanzung. Frischer Mist ist ungeeignet, da er zu ungleichmäßigem Wachstum führen kann.

Auch die Fruchtfolge spielt eine große Rolle. Kohlrabi sollte nicht dort angebaut werden, wo zuvor andere Kohlarten standen. Eine Anbaupause von mindestens drei Jahren verhindert Krankheiten und Schädlingsbefall.


Kohlrabi vorziehen oder direkt säen

Die Vorkultur ermöglicht eine besonders frühe Ernte. Ab Februar können die ersten Pflanzen im Haus oder im Gewächshaus vorgezogen werden. Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad. Nach dem Auflaufen benötigen die Jungpflanzen deutlich kühlere Temperaturen, damit sie kompakt wachsen.

Direktsaat ist ebenfalls möglich. Sie erfolgt ab April direkt ins Freiland. Dabei werden die Samen etwa einen Zentimeter tief in die Erde gelegt. Ein Pflanzabstand von 25 bis 30 Zentimetern sorgt für ausreichend Platz zur Knollenbildung.

Für eine kontinuierliche Ernte lohnt sich der satzweise Anbau. Alle zwei bis drei Wochen wird neu gesät oder gepflanzt. So stehen den ganzen Sommer über frische Kohlrabi zur Verfügung.


Pflege im Bio-Garten

Kohlrabi benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung. Schwankende Feuchtigkeit führt zu holzigen oder rissigen Knollen. Mulchen ist im Bio-Garten besonders sinnvoll. Eine Schicht aus Rasenschnitt oder Laub hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut.

Eine zusätzliche Düngung ist meist nicht notwendig, wenn ausreichend Kompost eingearbeitet wurde. Bei schwachem Wachstum kann mit Pflanzenjauchen aus Brennnessel oder Beinwell nachgedüngt werden.

Das regelmäßige Lockern des Bodens fördert die Durchlüftung und unterstützt das Wurzelwachstum. Gleichzeitig verhindert es die Bildung einer harten Kruste nach Regenfällen.


Mischkultur mit Kohlrabi

Kohlrabi ist ein idealer Partner für viele Gemüsearten. Gute Nachbarn sind:

  • Salat
  • Spinat
  • Radieschen
  • Mangold
  • Buschbohnen

Weniger geeignet sind andere Kohlarten. Mischkultur reduziert Schädlingsbefall und nutzt den vorhandenen Platz optimal aus.

Im naturnahen Garten haben sich auch Kräuter als Nachbarn bewährt. Dill und Kamille fördern das Wachstum und verbessern die Bodengesundheit.


Typische Schädlinge und Krankheiten

Im Bio-Garten treten vor allem Kohlfliegen, Erdflöhe und Kohlweißlinge auf. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz schützt zuverlässig vor Eiablage. Gegen Erdflöhe hilft gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden.

Gelbe Blätter oder kümmerliches Wachstum können auf Nährstoffmangel oder falsche Fruchtfolge hinweisen. Die Kohlhernie ist eine gefürchtete Krankheit. Sie lässt sich durch lange Anbaupausen und einen neutralen bis leicht alkalischen Boden vermeiden.

Pflanzenstärkungsmittel wie Ackerschachtelhalmbrühe erhöhen die Widerstandskraft der Pflanzen.


Erntezeit und Lagerung

Kohlrabi ist erntereif, sobald die Knollen einen Durchmesser von etwa acht bis zehn Zentimetern erreicht haben. Zu große Knollen werden schnell holzig. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig.

Frühkohlrabi wird meist frisch verzehrt. Späte Sorten eignen sich für die Lagerung. Dazu werden die Blätter entfernt und die Knollen kühl und feucht gelagert.

Im Kühlschrank bleibt Kohlrabi mehrere Wochen frisch. Im Erdkeller hält er sich noch länger.


Beliebte Kohlrabi-Sorten für den Bio-Anbau

Frühe Sorten:

  • Lanro
  • Noriko
  • Azur Star

Sommersorten:

  • Delikatess Weißer
  • Kossak

Herbstsorten:

  • Superschmelz
  • Gigant

Diese Sorten sind robust, schossfest und liefern hohe Erträge im naturnahen Garten.


Kohlrabi in der Küche verwenden

Kohlrabi lässt sich vielseitig zubereiten. Roh im Salat bleibt er besonders knackig. Gedünstet ist er eine klassische Beilage. Auch die Blätter sind essbar und enthalten viele Nährstoffe. Sie eignen sich für Suppen, Smoothies oder als Spinatersatz.

Durch den Anbau im eigenen Garten steht das Gemüse frisch zur Verfügung. Das sorgt für den besten Geschmack und maximale Inhaltsstoffe.


Fazit: Kohlrabi ist ein unkompliziertes Gemüse

Kohlrabi ist ein ideales Gemüse für Einsteiger und erfahrene Gärtner. Er wächst schnell, benötigt wenig Pflege und bringt hohe Erträge. Mit guter Bodenvorbereitung, regelmäßiger Wasserversorgung und Mischkultur gelingt der Anbau problemlos.

Im Bio-Garten überzeugt Kohlrabi durch seine kurze Kulturzeit und seine Vielseitigkeit. Wer satzweise anbaut, kann monatelang ernten. Frisch geerntet schmeckt er besonders aromatisch und liefert wertvolle Nährstoffe.


Weiterführende Links:

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